im Bild - Aktivisten mit GF Margit Gross [7.v.l.] und Bgm. Richard Hogl [12.v.l.])
Projekte in Oberstinkenbrunn und Nappersdorf realisiert

KURZFASSUNG: Auch im Jahr 2021 gab es wieder das Green Belt Camp des Naturschutzbundes.

In diesem Rahmen wurden unter der Leitung der Geschäftsführerin Mag. Margit GROSS durch jugendlichen aus vielen Ländern und Kontinenten Pflegemaßnahmen auf wertvollen Flächen des Naturschutzbundes durchgeführt, so auch am Galgenberg in Oberstinkenbrunn (Marktgemeinde Wullersdorf) und weiteren wertvollen Flächen in den Marktgemeinden Wullersdorf und Nappersorf.Kammersdorf
Bürgermeister LAbg. Richard HOGL (Wullersdorf) und Vizebürgermeisterin Maria KAPPE (Nappersdorf-Kammersdorf) besuchten die aktiven Jugendlichen und dankten ihnen für ihren tollen Einsatz im Sinne der Natur.

Green Belt Camp 2021 Nördliches Weinviertel im Bezirk Hollabrunn

(AUSFÜHRLICHER BERICHT): In den Gemeinden Wullerdorf, Nappersdorf-Kammersdorf und Hollabrunn gibt es zahlreiche sehr wertvolle Trockenrasen: Galgenberg, Dernberg, Bockstall, Geißberg, Latschenberg usw. Damit diese Berge auch weiterhin einer gefährdeten Tier- und Pflanzenwelt Lebensraum sein können, werden jedes Jahr Biotoppflegemaßnahmen durchgeführt. Es wird gemäht und entbuscht, dort wo Gebüsche drohen überhandzunehmen.
Heuer fand erstmalig auch in dieser Region das "Grünes Band Workcamp" statt. 11 Jugendliche aus Europa kamen hierher und unterstützen den Naturschutzbund NÖ bei der Biotoppflege. Sie übernachteten in Zelten in der Hundsberg Kellergasse in Hart-Aschendorf und brachen von dort aus jeden Tag zu einem anderen Trockenrasen auf. Am Galgenberg wurden die aufkommenden Robinien weggeschnitten, gemäht und dabei geholfen, die Galgenberg-Schafe von Helene Mühlebner umzuquartieren. Auch am Dernberg galt es, Robinien wegzuschneiden und zu mähen. Am Bockstallberg musste nicht entbuscht werden, das erledigte der Naturschutzbund bereits diesen April und so galt es die im April vorbereitete und im Sommer herrlich blühende Wiese zu Mähen, das Mähgut zusammenzurechen und abzutransportieren. Am letzten Tag war dann der Geisberg an der Reihe. Auch hier wurde die jährlich nötige Mahd erledigt. Ein Besuch in Retz und eine Führung im Retzer Erlebniskeller erschloss den Teilnehmer*innen ein sehr wichtiges Stück Weinviertler Geschichte.
Das Wetter war uns wohlgesonnen, allerdings etwas zu heiß um auf den ausgesetzten Trockenrasen körperlich anstrengende und für die meisten doch ungewohnte Arbeit zu erledigen. Gleichzeitig konnte man dadurch auch gleich unmittelbar fühlen, mit welchen extremen Witterungsbedingungen die hier lebenden Tiere und Pflanzen zurecht kommen müssen.
Was bewegt Jugendliche aus Albanien, dem Kosovo, Indien, Kirgisistan, Lettland, Spanien, Italien, Deutschland und Österreich hierher ins Weinviertel zu kommen, um dem Naturschutzbund NÖ bei der Biotoppflege zu helfen? Eines sagen sie alle: Sie wollen einfach etwas für die Natur und für die Erhaltung der zahlreichen Tier- und Pflanzenarten tun. Aber auch Menschen aus anderen Ländern kennenlernen und v.a. endlich auch wieder Reisen nach einer längeren Zeit, in der das nicht wirklich möglich war. Melitjan aus Albanien arbeitet im Umweltministerium in Albanien, auch einem Land am Grünen Band und wollte gerne einmal sehen, wie Naturschutz am Grünen Band in Österreich gemacht wird. Kalys aus Kirgisistan ist derzeit auf Au-pair in Tirol, hat Urlaub und wollte in diesem Urlaub gerne einen anderen Teil Österreichs kennenlernen. Anees aus Indien, er arbeitet derzeit in Malta, wollte endlich wieder reisen und v.a. auch einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität leisten. Dasselbe sagen Ruta aus Lettland und Qendresa aus dem Kosovo. Letztere hat gerade erst ihr Studium als Maschinenbauerin abgeschlossen, wohingegen Alessandro und Lisa, beide aus Deutschland, eben erst ihre Matura hinter sich gebracht haben. Allessandro wartet auf sein Visum für Japan, wo er ein freiwilligen ökologisches Jahr auf einem landwirtschaftlichen Betrieb absolvieren wird.
All diese jungen, ambitionierten und engagieren Menschen zusammengebracht hat die Organisation Service Civil International (SCI) Austria. SCI ist eine der ältesten Organisation auf dem Gebiet der Freiwilligenarbeit. Entstanden nach dem ersten Weltkrieg als Friedensprojekt zwischen Deutschland und Frankreich hat die Organisationen in den mehr als 100 Jahren ihres Bestehens unzählige Freiwillige Workcamps in verschiedensten Bereichen organisiert und durchgeführt, im Umweltbereich, Sozialbereich, im Wiederaufbau zerstörter Städte usw.
Die Hundsberg Kellergasse in Hart-Aschendorf war perfekt geeignet für die Unterbringung der Jugendlichen. Sie schliefen im Zelten und durften einen Keller zum Kochen und Essen nutzen. Der Dorferneuerungsverein Hart-Aschendorf mit seinem Obmann Franz Seidl hat das Camp sehr tatkräftig unterstützt. Geschirr und vieles andere nötige wurde zur Verfügung gestellt, die Teilnehmer*innen zu den Einsatzorten gebracht und auch bei der Pflege selbst tatkräftig mitgearbeitet.
"Die Arbeit mit den Jugendlichen war ein ganz besonderes Erlebnis, das wir alle, die dabei waren wohl nicht so schnell vergessen werden." so Margit Gross vom Naturschutzbund NÖ, die die Biotoppflegeeinsätze und das Camp koordiniert hat. "Eintauchen in die Lebenswelt von Jugendlichen aus anderen Ländern und Lebensumständen und ihr großes Engagement für die Umwelt zu sehen stimmt positiv und bestärkt auch uns in unserem Tun bei der Erhaltung der Natur-Kostbarkeiten in der Region." Wir hoffen, dass wir auch im nächsten Jahr wieder ein Green Belt Camp organisieren können.
Ein Dank auch an die Vertreter*innen der Gemeinden Wullersdorf (Bürgermeister Richard Hogl) und Napperdorf-Kammersdorf (Vizebürgermeisterin Maria Kappe), die uns besucht haben.

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